Rechte und Pflichten der Miterben

Die leidige Folge einer Erbengemeinschaft ist, dass alle Nachlassgegenstände den Erben gemeinsam gehören, ganz gleich, ob es sich um wertvolle Aktiendepots, Grundstücke oder wertlosen Hausrat handelt. Die Erben können nur gemeinsam darüber verfügen. Soweit ein Grundstück zum Nachlass gehört, werden alle Miterben als Eigentümer eingetragen.

Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verlangen (§ 2042 Abs. 1 BGB). Allerdings kann der Erblasser die Unauflösbarkeit der Erbengemeinschaft testamentarisch angeordnet haben, woran die Erbengemeinschaft gebunden ist.

Vor der Verteilung des Nachlasses haften die Miterben für Nachlassverbindlichkeiten als Gesamtschuldner (vgl. § 2059 BGB). Nach der Teilung des Nachlasses haftet der Miterbe unter bestimmten Umständen nur noch entsprechend seinem Erbteil (vgl. § 2060 BGB).

Hat der Erblasser keine Teilungsanordnung getroffen, müssen sich die Erben über die Verteilung des Nachlasses einigen. Sie müssen dann einen sog. formlosen Auseinandersetzungsvertrag schließen. Zur Vermittlung kann das Nachlassgericht angerufen werden, welches aber keine Entscheidungen über die Verteilung treffen kann. Im Zweifel muss ein Erbe auf Abschluss eines Auseinandersetzungsvertrages klagen, sofern sich die Miterben nicht einigen können.

Der einzelne Miterbe kann über einen einzelnen Nachlassgegenstand nicht verfügen (vgl. § 2033 Abs. 2 BGB). Soll beispielsweise ein Grundstück veräußert werden, muss die Erbengemeinschaft dies gemeinsam und durch einstimmigen Beschluss vornehmen (vgl. § 2040 BGB).

Es ist aber möglich, dass ein Erbe über seinen Anteil am Erbe insgesamt (z.B. 1/4 des Nachlasses) mit notariellem Vertrag verfügt (vgl. § 2033 BGB). Er kann folglich seinen Anteil verkaufen. Der Erwerber des Erbteils tritt dann in die Rechtsstellung des Miterben ein. Die Miterben haben allerdings ein gesetzliches Vorkaufsrecht.

Sind sich die Miterben über die Verwaltung des Nachlasses nicht einig, entscheidet die Stimmenmehrheit darüber, ob eine Maßnahme durchgeführt wird oder nicht (vgl. § 2038 Abs. 2 BGB i.V.m. § 745 BGB). Der Beschluss ist für alle bindend, sofern die beschlossene Maßnahme zur ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses erforderlich ist. Eine gerichtliche Überprüfung ist auf Antrag möglich. Notmaßnahmen (z.B. dringend erforderliche Reparatur des Heizungssystems) können und müssen von jedem einzelnen Miterben vorgenommen werden.

Vor der Verteilung des Nachlasses haften die Miterben für Nachlassverbindlichkeiten als Gesamtschuldner (vgl. §§ 2059f. BGB). Nach der Teilung des Nachlasses haftet der Miterbe unter bestimmten Umständen nur noch entsprechend seinem Erbteil. Bis zur Teilung des Nachlasses kann jeder Miterbe einen Nachlassgläubiger auf den Nachlass verweisen, d.h. der Miterbe haftet zunächst nicht mit seinem Privatvermögen, sondern nur in Höhe seiner Erbquote mit den Nachlassvermögen (vgl. § 2059 Abs. 1 Satz 1 BGB).

  1. Die Erben sind nur zur gemeinsamen Verwaltung berechtigt.
  2. Sind sich die Miterben nicht einig, entscheidet Stimmenmehrheit. Der Beschluss ist für die überstimmten Erben nur bindend, wenn die beschlossene Maßnahme zur ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses erforderlich ist. Ist ein Erbe der Meinung, dass eine bestimmte Maßnahme erforderlich ist und haben die anderen Erben dagegen gestimmt, muss er sie verklagen.
  3. Erträge, welche der Nachlass abwirft (z.B. Mieten, Dividenden), werden grundsätzlich erst bei Aufteilung des Nachlasses verteilt. Ist bereits ein Jahr vergangen, kann jeder Erbe zum Schluss des jeweiligen Kalenderjahres die Verteilung der angefallenen Erträge verlangen.
  4. Die Nutzung von Nachlassgegenständen durch einen Erben ist grundsätzlich möglich.
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