Testament richtig verfassen – Tipps und Informationen

Das Testament, Sterben und Vererben, das sind Themen, mit denen sich kaum jemand gerne beschäftigt. Wer jedoch möchte, dass der letzte Wille auch Gehör findet, kommt nicht darum herum, sich rechtzeitig mit Thema Erbschaft und Testament auseinanderzusetzen. Nicht nur, weil der eigene Wille darin bekundet und das Lebenswerk vermacht wird. Ein Testament sichert auch den Familienfrieden und regelt die gewünschte Erbfolge. Deshalb macht es Sinn, sich schon frühzeitig mit Thema Erbschaft zu beschäftigen. Damit ein Testament aber im Ernstfall auch wirksam wird, gibt es einiges zu beachten. Ein Testament muss nicht unbedingt etwas Kosten. Wir haben hier die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.
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Tipp zum Verfassen eines gültigen Testaments

Ein Testament muss grundsätzlich nicht von einem Notar erstellt werden, damit es rechtskräftig ist. Wer ein selbst Testament aufsetzt, muss dies trotzdem sorgfältig tun. Formfehler können dazu führen, dass der letzte Wille im Zweifelsfall keine Beachtung findet. Beachten Sie deshalb folgende Tipps:

  • Testierfähig ist jede Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat und nicht an einer geistigen Erkrankung leidet, die sie daran hindert en Sachverhalt geistig zu erfassen
  • Ein Testament kann eigenhändig verfasst werden, muss jedoch aus Gründen der Beweislast handschriftlich verfasst werden
  • Die Papierform ist nicht zwingend notwendig ist – sind alle Voraussetzungen erfüllt, gilt auch ein Testament auf einer Serviette; achten Sie aber auf Erkennbarkeit und Lesbarkeit, verwenden Sie besser keinen Bleistift
  • Ein Testament oder Erbvertrag kann von einem Notar erstellt werden (Öffentliches Testament), hier fallen die Notarkosten an
  • Ein Testament in jedem Fall muss schriftlich verfasst sein und unterschrieben werden
  • Ort und Datum müssen korrekt vermerkt werden
  • Ein Testament muss eindeutig sein, ein Entwurf alleine reicht nicht; am einfachsten gelingt dies durch einen aussagekräftigen Titel (zum Beispiel „Mein letzter Wille“)

Dies sind nur die wichtigsten Voraussetzungen für ein gültiges Testament. Bei Fragen sollte man sich direkt an einen Notar wenden.

Vererben und enterben - Rechtliche Grundlagen

Ein Testament regelt den letzten Willen und sagt, wer den Nachlass erhält. Schon seit der Zeit der Römer kennt man das bürgerliche Recht, dass jeder selbst bestimmen darf, was nach seinem Tod mit dem Eigentum gestehen soll. Prinzipiell gibt es zwar eine gesetzliche Erbfolge, die nach bestimmten Kriterien das Erbe unter den Nachkommen aufteilt. Von dieser kann man aber mit Hilfe eines Testaments abweichen. So kann man nicht nur der Familie und Freunden, sondern auch Stiftungen oder Vereinen einen Teil vom Besitz zusprechen. Genauso ist es möglich, bestimmte Personen zu enterben. Dazu reicht es aus, im Testament festzuhalten, wer enterbt werden soll. Man muss die Entscheidung nicht weiter Begründen. Aber Achtung: Hatte ein Familienmitglied laut der gesetzlichen Erbfolge ein Anspruch auf das Erbe, so steht ihm zumindest der so genannte Pflichtteil zu. Eheleute, die sich gegenseitig absichern wollen, wählen oft eine Spezialform, das Berliner Testament. In diesem gemeinschaftlichen Testament setzen sich Ehepartner gegenseitig als Alleinerbe ein. Nachteil: das Testament kann auch nur gemeinsam geändert werden.

Kosten für ein notarielles oder eigenhändiges Testament

Wer ein Testament richtig verfassen möchte, hat die Wahl zwischen einem eigenhändigen oder einem notariellen Testament, auch öffentliches Testament genannt. Ein eigenhändiges Testament muss selbst schriftlich angefertigt und unterzeichnet werden. Ein öffentliches Testament wird immer von einem Notar beurkundet und kann je nach Wunsch auch von ihm verfasst werden. Das heißt, wer sich für einen Termin beim Notar entscheidet, legt fest was im Testament steht und unterschreibt das Dokument am Ende. Dafür wird eine Gebühr fällig, die sich nach der Höhe des Nachlasses richtet. Für einen Nachlass in Höhe von 100.000 EUR können ca. 150 EUR fällig werden, die Kosten variieren je nach Umfang der Leistungen. Auch für Testamente Minderjähriger ab 16 Jahren sowie für Eheverträge gilt, dass diese Dokumente nur ein Notar aufsetzen darf. Das eigenhändige Testament ist natürlich billiger als das öffentliche. Allerdings können leicht formale Fehler gemacht werden.

Wichtige Fragen rund um das Thema Testament

  • Was kann ich in einem Testament regeln?

    In einem Testament oder Erbvertrag können ganz verschiedene Dinge geregelt werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Verfasser vermögend ist oder nicht. Im Testament können Sie Erben festhalten, Ersatzerben bestimmen oder auch bestimmte Personen enterben. Weiterhin kann festgehalten werden, dass jemand bestimmte Dinge oder Geldsummen aus dem Vermächtnis erhält, oder Sie können Auflagen erteilen. Eheleute können sich gegenseitig beerben und einen Schlusserben ernennen. Außerdem können Sie im Testament Anordnungen über Ihre Bestattung treffen.

  • Muss ich ein Testament verfassen?

    Nein, ein Testament muss niemand machen. Gibt es kein Testament, so greift die gesetzliche Erbfolge, dann regelt das Gesetzt mein Erbe. Wer hiervon abweichen möchte, muss seinen letzten Willen schriftlich und korrekt festhalten. Ein Testament muss etwa dann verfasst werden, wenn jemand besonders begünstigt werden soll. Oder wenn man etwas an eine juristische Person vererben möchte. Unser Tipp: Wir empfehlen ein Testament auch immer dann, wenn die Vermögensverhältnisse etwas komplizierter sind. Etwa, wenn ein Immobilien vererbt werden soll. Hier ist es ratsam, vorab zu bestimmen, wer was erhält.

  • Wo bewahre ich ein Testament am besten auf?

    Bei der Aufbewahrung eines Testaments gibt es zwei Probleme, die immer wieder auftreten. Entweder wird das Testament zu Hause gut versteckt, so dass es keiner findet. Oder, ein bestimmter Erbe findet das Dokument zuerst und ist mit dem Inhalt nicht einverstanden -  und lässt das Dokument verschwinden. In beiden Fällen ist es nicht möglich, den letzten Willen durchzusetzen. Die öffentliche oder amtliche Verwahrung beugt Missbrauch vor. Die Kosten hierfür sind gering. Wer sein Testament privat aufbewahren möchte, sollte einer vertrauenswürdigen Person mitteilen, wo das Dokument zu finden ist.

Testament schreiben - Beispiele und Muster

Wer ein Testament eigenhändig verfassen möchte, sollte sich vorab gut informieren. Ideal sind hier Testament Vorlagen und Muster, die nur angepasst werden müssen – so lassen sich viele Fehler leicht vermeiden. Diverse Testamente-Muster finden sich im Internet, wobei hier die Qualität sicher unterschiedlich ist. Daher ist es wichtig, auf vertrauenswürdige Anbieter zu achten. Gute Vorlagen kosten nur wenig und helfen, Unstimmigkeiten zu vermeiden. Hier unsere Lesetipps für praktische Beispiele und Muster:

Stiftung Warentest - Bietet im Buch „Das Vorsorge-Set“ wichtige Dokumentvorlagen, Beispiele und Muster zu den Themen Patientenverfügung, Testament, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht. Alles ist einfach und verständlich geschrieben, Vorlagen können rausgetrennt und direkt genutzt werden.

WISO: Erben und Vererben - Michael Opoczynski, Redaktionsleiter und Moderator des ZDF-Wirtschaftsmagazins WISO, und Rechtsanwalt Jürgen E. Leske klären auf. Was gilt es beim Erben und Vererben zu beachten und wie kann man sein Erbe so gestalten, dass nicht nur der Fiskus profitiert. Im Anhang finden sich viele rechtsichere Testamentsmuster, Vollmachtsbeispiele und Auszüge aus dem Erbrecht.

stern Ratgeber: Das Testament – Dieses Buch gibt Tipp und Empfehlungen für alle Lebensmodelle von Single bis zur Patchworkfamilie. Für alle Beispiele gibt es passende Muster und Empfehlungen.

Oft lohnt es sich, wenige Euro in gute Testament Muster und Anleitungen zu investieren, um klassische Fehler zu vermeiden. Für Fragen empfehlen wir aber das Gespräch mit einem Fachmann.

Dr. Robert Beier

Über Dr. Robert Beier

Dr. Robert Beier ist Fachanwalt für Erbrecht. Studium an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt am Main.

Autor © Dr. Robert Beier
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